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WUSV Qualifikation Brasilien 2006

Brasilien – Eine besondere Erfahrung

In diesem Jahr wurde mir die Ehre zu teil, die Brasilianische Siegerprüfung zu bewerten.

Die Vorbereitungen zu dieser Reise wurden von sozialpolitischen Unruhen sowie Unstimmigkeiten im brasilianischen Verein getrübt.

Dennoch ereichte ich, begleitet von meiner Frau Beate, am 08.08.2006 nach 15 stündiger Anreise Sao Paulo, wo uns Silvio Otávio Guimarães und seine Frau am Flughafen erwarteten.

 

Mittwoch und Donnerstag wohnten wir dem Training der teilweise schon angereisten Teilnehmer bei. So konnten wir einen Einblick in die für unsere Verhältnisse ungewohnten Trainingsbedingungen bekommen. Obwohl brasilianischer Winter herrschte, erreichten die Temperaturen bereits ab 9:00 Uhr Werte jenseits der 30° Grad. Bestellte Äcker oder Wiesen, wie man sie bei uns kennt, findet man in Brasilien kaum. Die Ausbildung in der Fährte mit Hilfe von Futter gestaltet sich schwierig, da sich Ameisen und Termiten in minutenschnelle über die Futterbrocken hermachen.

Da es im riesigen Brasilien nur wenige Vereine gibt, ist die Anreise zu den Trainingstagen oft mit einer weiten Fahrt verbunden. Der Enthusiasmus und das Engagement der Hundeführer ist ein tragender Teil des brasilianischen Hundesports.

Für die Ausrichtung des Campeonato Brasileiro de Adestramento am 12.+13. August 2006 in Mogi das Cruzes scheuten die engagierten Organisatoren keine Mühen und boten optimale Bedingungen für Hundeführer und Zuschauer. Vom Begrüßungsabend am Donnerstag bis zur Siegerehrung am Sonntag wurde ein reibungsloser Ablauf in einer sehr angenehmen Atmosphäre geboten.

Anders als bei uns in Deutschland wird in Brasilien in SchH A, SchH 1, SchH 2 und SchH 3 vorgeführt.

Ich hatte die Fährtenarbeit sowie den Schutzdienst (SchH 1, - SchH 3) zu bewerten. In der Unterordnung agierte der brasilianische Leistungsrichter Max Macedo.

 

Ergebnisse / Resultado CBA 2006 por categoria

Cão

Título

A

B

C

Total

Vicky do Sadonana

CT3

81

78

90

249 G

Yacko vom Cap Arkona

CT3

76

77

80

233 B

Friedel V. Walschagen

CT3

70

74

85

229 B

Lump da Costa do Sol

CT3

89

64

94

247 M

Yany vom Jura-Naab-Tal

CT3

58

77

75

210 M

Hero vom Moosheider Teich

CT3

78

84

0

Disq. U.

Rambo do Titantoptrek

CT3

15

60

78

153 M

Ã-Siborg do Vale da Água Limpa

CT3

7

70

71

148 M

Blitz do Vale da Água Limpa

CT2

90

87

45

222 M

Bugra do Canto do Caramuru

CT2

40

77

78

195 M

Dax von Haus Vigna

CT1

96

86

91

273 SG

Biggy do Ciribai

CT1

71

71

88

230 B

Axel do Prismanlú

CT1

74

89

89

252 G

Caco do Vale da Água Limpa

CT1

84

84

0

168 M

Anosch do Prismanlu

CT1

44

85

23

152 M

Dafne do Ciribai

CTA

 

75

79

154 B

Binti V. Klosteraner Milieu

CTA

 

14

72

86 M

Aufgefallen ist mir in der Fährtenarbeit der teilweise fehlende Wille des Hundes das Ende der Fährte  zu erreichen. Hier korrigieren die Hundeführer im Training zu früh und vermitteln dem Hund nicht, dass er Probleme selbständig und ruhig lösen muss.

In der Unterordnung sind mir während der Vorführungen die mangelnde Ausstrahlung sowie teilweise fehlende Arbeitsbereitschaft in Erinnerung geblieben. Auffällig war rund um die Veranstaltung, dass im Training den teilweise noch sehr jungen Hunden ständig höchste Konzentration und Perfektion abgefordert wurde. Die von namhaften Hundesportlern in Brasilien gegebnen Seminare zeigen immer wieder nur das perfekte Endergebnis langwieriger Arbeit. Hier fehlt es den Hundeführern noch an einem eigenen Weg diese Ausbildung auf den Punkt zu bringen.

Im Schutzdienst überwiegt die sportliche Arbeit. Ein Großteil der Arbeit wird auf die Griffverbesserung verwendet. Hier gilt es den gut veranlagten Junghunden im Training deutlich mehr Selbstbewusstsein und Entschlossenheit zu vermitteln.

Nur wer die Grenzen des Möglichen kennt, kann seine Ausbildung daran messen und immer wieder verbessern.  

Am Montag nach der Veranstaltung ging es dann wieder nach Hause.

Wir haben viele herzliche, liebenswerte und wissbegierige Hundefreunde in Brasilien getroffen. Wir erinnern uns gerne an die schöne Zeit. Brasilien war eine Reise wert.

Im August 2006

Udo Wolters

SV Leistungsrichter

 
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